Eine Gitarre zu Weihnachten? Empfehlungen, „No-Go“s und mehr

Liebe GittarSchooler…und all jene, die es vielleicht noch werden wollen,

Das Weihnachtsfest rückt immer näher und mit jedem Tag werden die Wunschlisten länger.
Wir freuen uns, dass auf diesen wieder verstärkt Gitarren, Verstärker, Pedale und Musikzubehör zu finden sind! Obwohl wir nicht offiziell mit dem Weihnachtsmann zusammenarbeiten und selbst auch kein Equipment verkaufen, bekommen wir trotzdem immer öfter E-mails, in denen um Rat und Beratung gebeten wird. Natürlich freuen wir uns erstmal, dass unsere Meinung und Erfahrung wertgeschätzt wird!
Eine wirklich gute Beratung sollte jedoch immer individuell stattfinden, auf die Erwartungen und Bedürfnisse des einzelnen zugeschnitten, nicht verallgemeinert werden.
Dass klappt super bei unseren Schülern, welche  wir gut kennen, mit denen wir uns wöchentlich austauschen und deren musikalische Heroes im Unterricht zusammen lautstark gehuldigt werden.
Bei Beratungswünschen von Eltern deren Kids wir nicht kennen, fremden, jungen wie alten Gitarristen, welche sich im Equipment-Irrgarten verlaufen haben, reicht unsere Zeit leider nicht aus um jeden so gut kennenzulernen, unsere Erfahrungen guten Gewissens weiter zu geben und Empfehlungen auszusprechen. Die meisten (Online-) Musikalienhändler haben eine spezielle Gitarren-Abteilung, welche man z.B. telefonisch kontaktieren kann. Die größten und bekanntesten Häuser (Thomann, Session, Musicstore, Musik Produktiv, Kirstein,…) aber auch kleinere (lokale) Shops wie z.B. Musikshop Axel, Otto’s Musikladen,… nehmen sich eigentlich immer die Zeit euch umfangreich zu beraten.
Klar- sie möchten schließen auch etwas verkaufen und treue Kunden für die Ewigkeit binden!
Um euch dennoch nicht ganz im Regen stehen zu lassen werde ich versuchen (, entgegen meiner hoffentlich verständlichen Einleitung, 🙈) einige allgemeine Tipps anzubieten…

Akustik Gitarre:
„Spielbare Einsteigerinstrumente“ fangen bei knapp unter 100,-€ an.
Es ist nicht falsch sich an etablierte Hersteller zu halten (Fender/Squier, Yamaha,…)
Im Budgetbereich variieren die Exemplare leider stark voneinander und ein Umtausch sollte man immer mit einplanen. Scharfe Bundkanten, schlecht gefeilte Sättel, zu hohe Stege, die falsche Halskrümmung,…sind leider nicht selten, obwohl die Qualität in diesem Preissegment „gefühlt“ eher steigt als fällt.
Keinigkeiten kann man meist (z.B. mit seinem Gitarrenlehrer zusammen) beheben. Ein Check- und Setup vorweg sollte man generell jeder Gitarre gönnen, ob Budget oder Customshop.
Vernünftige Picks, ein gescheites Bag, ein zuverlässiger Tuner und benutzerfreundlicher Kapo gehören zum Erstkauf dazu.

E.-Gitarre:
Jaja, das Auge isst natürlich mit und zu einer „sexy“ Pfanne greife ich natürlich lieber und öfter als zum vermeintlich besser klingenden „hässlichen Entlein“.
Trotzdem zeigt die jahrelange Erfahrung, dass die meisten Schüler auf gewissen Modellen besser zurecht kommen und andere Gitarren den Spielspaß doch eher bremsen.
Neben Bespielbarkeit kämpfen gerade die jüngeren auch mit Gewicht, Form, Neckshape…
Eine gewisse Vielseitigkeit wäre für die erste/einzige Gitarre auch nicht falsch!?
Vielleicht eine HSS Strat oder doch eher SG-Style?
Soundtechnisch vertreten wir die Meinung, dass gerade zu Beginn der Verstärker mindestens 75-80% der Spielfreude ausmacht!
Hier den passenden Amp für die persönliche Übe- und Spielsituation zu finden ist z.B. auch eine der vielen Aufgaben eines engagierten Gitarrenlehrers.
Immer laut oder auch mal mit Kopfhörern, bandtauglich oder Recording-ready, Modeller, Transistor, Röhre oder direkt Software anstatt Verstärker???
Die unzähligen, beinahe durchweg erträglichen Möglichkeiten heutzutage sind sowohl Fluch, als auch Segen! Nichts ist unmöglich…vieles aber dann doch die falsche Wahl für gewisse Umgebungen.
Die eierlegende Wollmilchsau gibt es leider nicht wirklich!
Grob zusammengefasst kann man sagen:
-Lieber etwas mehr in einen Verstärker als in die Gitarre investieren!
-Vorher überlegen, wie meine Umgebung aussieht, wie und wo ich übe/spiele,… Je genauer ich im Gespräch mit dem Shop meines Vertrauens meine Bedürfnisse (im Vorfeld) äußere, desto gezielter erfolgt meine Beratung!
-Sets und Bundles sind in den meisten Fällen ein eher mieses Angebot!
Häufig sind die Gitarren okay, die Amps taugen aber nicht viel und frustrieren den Schüler schnell.
Finde ich allerdings meine Wunschkomponenten im Set- umso besser! 

So, weitere Überlegungen und Gedanken gibt es vielleicht später nochmal!?
Über sogenannte „Affiliate Links“ kann man sich dann evtl. sogar die meist vertretenen Gitarren, Amps, Picks, Saiten,… unsere Schüler (, nach ihrer persönlichen Beratung,) in den großen Onlineshops ansehen oder sie gleich bestellen. Ich bekomme dafür dann eine kleine Provision! 🤘😎 *hehe
…denn eines lasst euch gesagt sein:
Am Ende möchte jeder Shop Geld verdienen, jede zeitintensive und professionelle Beratungsleistung finanziell entschädigt werden,…
Wenn Beratung und Preis stimmen,  völlig okay und eine „win win Situation“!
Geschenkt gibt es aber bis heute leider immer noch nichts.

Cheers & viel Spaß bei Weihnachts-Shoppen,

Dirk.